Habe mich entschieden, vorm Abflug doch noch was zu schreiben ;)
Die letzten Tage waren geprägt von Verabschiedungen, die mir sehr schwer gefallen sind. Komischerweise ist keine Träne gerollt, keine einzige! Wo sind meine Tränen geblieben?? Es handelte sich nur um innere Trarigkeit. Diese fühlte ich, obwohl die Zeit, die ich weg sein werde, gar nicht so lang ist. Viele liebe Wünsche und Geschenke bekam ich. Da wurde mir richtig warm ums Herz. Ein Kreativ erstelltes Bild besagte: "Viel Glück und alles Gute auf dem weiteren Weg. Nur, wer den Standpunkt wechselt, kann den Horizont erweitern." Wie recht dieser Spruch hat!
Viele fragen mich: Warum Afrika? Ich würde sagen, ich möchte was ganz anderes sehen von der Welt. Mich interessiert die wundervolle Landschaft und die Tierwelt. Besonders Tansania hat wunderschöne Orte. Ich bin auch sehr auf die Menschen gespannt. In mir hegte ich schon lange den Wunsch, diesen Kontinent zu bereisen. Eine Zeit lang habe ich auch über Südamerika nachgedacht, aber das habe ich aus verschiedenen Gründen sein gelassen...
Die letzten Tage verbrachte ich damit, Sachen zu Packen. Ich habe nochmal beim Reisebüro angefufen, um sicherzugehen, ob ich wirklich nur 20kg mitnehmen kann. Leider hat sich die Befürchtung bewahrheitet. Es war gar nicht einfach zu selektieren, was ich hier lassen soll. Gut, dass meine Mutter da war. Mit ihrem vernünftigen Menschenverstand entschied sie, was man NICHT in Afrika braucht. Besonders kritisch gestalteten sich die Entscheidungen über diverse Kosmetikartikel.
Ich zählte also auf, was ich alles einpackte:
"Bodylotion, Kosmetiktücher, Sonnenschutz, Sonnenschutz für die Haare..." Meine Mutter unterbrach mich: "Wozu brauchst Du sonnenschutz für die Haare?!" Ich daraufhin: "Als Farbschutz." "Unsinn, das lässt Du hier!"-"Ok dann aber meine Express-Haarkur" - "Nein, das brauchst Du nicht. Du musst dich nicht als verwöhnte Europäerin aufspielen" Ich kämpfte verzweifelt weiter: "Schau mal, da ist nicht mehr viel drin, das ist ganz leicht. Ich verwende es für die ersten Tage. Du weißt, das ist so wie ein Entzug, ich muss mich langsam abgewöhnen." Daraufhin folgte einsicht: "Nagut, ok". Wir wogen den Koffer und stellten fest, dass er 2kg zu schwer war. Meine Mutter wusste die Lösung: "Ok, deine schminktasche kommt ins Handgepäckt." Ich überprüfte kurz, ob keine Flüssigkeiten in dem Täschchen waren und dachte heimlich 'cool, dann kann ich die ja unterwegs benutzen'. Auch andere Kleinigkeiten wanderten in meine kleine Tasche. Dies schreibe ich, damit ihr nicht denkt, dass ich Schminke mit dem Gewicht von 2kg benötige.
Nun ist alles fertig und gepackt. Ich habe darüberhinaus auch folgendes mitgenommen:
Erwartungen und Hoffnungen: Es wird bestimmt wunderschön und ich werde hoffentlich viele interessante Menschen und Orte sehen. Das Semester könnte anstrengend werden.
Hier gelassen wird morgen am Hamburger Flughafen: Sorgen, Ängste, Kopfzerbrechen, Trauer oder ähnliches.
An meine Lieben (Freunde und Familie): Ich werde euch sehr vermissen! Wenn ich angekommen bin, lass ich von mir hören!
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