Kaddy in Tanzania vom 26.9.2010 bis 11.3.2011

Freitag, 31. Dezember 2010

Forever Young...

So the last year is nerarly over. I had a lot of impressions and a lot of experiences last year. I had a lot of hard times, but also really good and enjoyable times. I do not regret anything and I'm happy that everything happened like it happened. Because everything made me learn...

I'm still young and I am so happy to have my life with all my friends and my family. I'm happy to live now and I wish I could keep on living this way, traveling and seeing myself coming home soon (only two month and 11 days!!). In this time abroad I realized how important home is... But I will never forget Tanzania and I think I will come back, because I felt in love... with this country :D

Let me show you a few new pics. This is for all Germans feeling cold. I hope my worm regards are reaching you...
us in a taxi
Can you find me?

Conversations...
Jacob..
Trip to Bongoyo Island. Looking back to the Coast of Dar
Paradies...


So I wish you a happy new year...
or:
Einen Guten Rutsch und ein frohes Neues Jahr!


Yours
 Kaddy

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Traveling

Also, nun bin ich in Dar es Salaam angekommen. Am Samstagmorgen sollte ich eigentlich um halb fünf Uhr (!!!) aufstehen, um halb 6 am Busbahnhof zu sein. Leider habe ich verschlafen. Um zehn vor 5 wurde ich dann von Monica geweckt, da sie feststellte, dass bei mir noch kein Licht an war. In Windeseile habe ich geduscht und um zehn nach 5 saßen wir allesamt im Taxi. Ich habe sehr gehofft, dass der Bus gemütlich, beziehungsweise bequem ist. War leider nicht der Fall. Die Sitze konnte man nicht mal zurückstellen. Es war auch ziemlich eng. Neben Monica war es aber zum Glück gemütlich, sie ist ja nicht dick. Dann fragte ich Monica als wie uns niedergelassen haben „wir fahren acht Stunden, richtig?“ – „Nein Kaddy, wir fahren 12.“ –„Oh, ich dachte 8“ Große Enttäuschung. Die Fahrt ging los. Moni und ich haben sogar eine AST eingeworfen. Eine von uns sogenannte „Anti-Scheiß-Tablette“ (Perenterol) sollte uns davor bewahren, auf Toilette gehen zu müssen. Es ist allgemein bekannt, dass es keine vernünftigen Toiletten auf der Strecke von Mwanza nach Dar gibt. Es wird einfach in den Busch gepinkelt. Die Fahrt war lang und unbequem. Ich fragte mich oftmals, warum wir eingentlich nicht geflogen sind. Immer wenn ich halbwegs eingeschlafen war, kam einer dieser „Speedbumps“ und schleuderte die Fahrgäste in die Luft. Diese Straßenhubbel nervten ziemlich. Der Sitz war auch total eng und man hatte keine Beinfreiheit. Aus den erwarteten 12 Std wurden 16 und zwischendurch hatten wir immer wieder hektische Pausen von ca. 5 Minuten um die natürliche Toilette zu benutzen. Ein Hoch auf die AST- sie hat gewirkt! Eine längere Pause hatten wir. In Dodoma, der offiziellen Hauptstadt Tansanias hatten wir 15 Minuten um was zu essen. Ich kaufte die ekelhaftesten Sambusa, die ich jemals gegessen hatte. Von Stück konnte ich nur einen essen… Na ja insgesamt war das die ungemütlichste Reise meines Lebens. Am Anfang war es noch ganz gut, ich sah aus dem Fenster und genoss die Landschaft.

Weite...


 Aber nach etwa 4 Stunden hatte ich mich auch sattgesehen, auch wenn die Landschaft echt vielseitig ist in diesem Land. Diese unendliche Weite und Menschenverlassenheit ist schön. Hin und wieder kamen kleine Dörfer und man konnte es sich vorstellen, wie es ist, mitten im Nirgendwo zu Leben. Wie machen die Menschen das eigentlich? In diesen Dörfern, oder besser: Ansammlung von 2-10 Häusern, gab es keine Geschäfte oder Wasserstellen. Die Menschen leben abseits jeglicher Zivilisation in Lehmhütten. Bergige Landschaft, Flusslandschaft, Wüste… alles war dabei. Wirklich schön.

kleines "Dorf"


Nagut, nun zum Leben in Dar es Salaam. Diese Stadt hat viele Möglichkeiten. Endlich konnte ich mal in Einkaufzentren gehen, die mit europäischem Standard vergleichbar sind. Zum Glück muss man in denen nicht handeln, denn angenehmerweise gibt es in Einkaufszentren feste Preise.
Hier gibt es sehr gute Orte, an denen man gut Souvenirs kaufen kann. Ich habe schöne Sachen gefunden, unter Anderem auch Ölbilder. Mit den Künstlern konnte man gut handeln. Wenn ich besonders freundlich war, sind sie mit dem Preis deutlich herunter gegangen. Ich habe mich zum Beispiel mit so einem Rastamann angefreundet, der mein Haar mochte. Er dachte erst, dass ich Italienerin bin, weil ich inzwischen echt dunkle Haut bekommen habe.
Die Strände hier sind so schön. Man muss aber aufpassen, dass man sich nicht verbrennt, denn die Sonne ist echt aggressiv.
Achja, wie war eigentlich Weihnachten? Ich hatte keinerlei Weihnachtstimmung, denn es ist dafür auch wirklich zu warm. Bei über dreißig Grad und Sommerfeeling erscheint einem alles was Weihnachten ausmacht unglaublich fern. Wenn man dann auch noch ohne Familie unterwegs ist… Schon sehr komisch. Wir leben hier ja bei der Familie Palanjo, Bekannte von Moni. Jakob, Moni und ich haben es hier sehr gut. Ich finde es so freundlich, dass sie uns hier wohnen lassen, besonders über Weihnachten. Ein Freund der Familie Palanjo, Frank, hat uns alle zu Heilig Abend bei sich eingeladen. Er uns seine Tansanische Frau bereiteten ein Herrliches BBQ vor. Frank besitzt ein wunderschönes Strandhaus und während wir den Wellen lauschten, wurde gegessen, in verschiedenen Sprachen gesprochen und natürlich auch getrunken. Frank liebte es, uns seine selbstgemachten Schnäpse probieren zu lassen. Ananas-Mango eingelegt in verschiedenen Alkohol etc. Das war nicht schlecht und man musste aufpassen, nicht betrunken zu werden. Im Laufe des Abends rief ich meine Eltern an um frohe Weihnachten zu wünschen. Das war natürlich schön. Als Familie Palanjo müde wurde, fuhren wir zurück. Jakob war dann in Partylaune und wir der kehrten noch in eine Bar ein. Dort endete unser Heilig Abend. Am nächsten Morgen gingen wir sehr müde in den Weihnachtsgottesdienst, denn hier in Tansania ist der erste Weihnachtsfeiertag der wichtigste Tag. Ich hätte mir eigentlich sparen können dort hinzugehen, denn ich habe kaum was verstanden. War ja in Swahili. Aber ich habe mich gefreut, als echte deutsche Weihnachtslieder, wie zum Beispiel „vom Himmel hoch da komm‘ ich her“ oder „Oh du fröhliche“ in Swahili gesungen wurden. Mit Hilfe des Gesangbuches konnte ich sogar mitsingen.

war zwar nicht das Weihnachtsessen, aber so sieht es aus, wenn wir zusammen Dinner haben.


Am Nachmittag gab es Bescherung. Moni, Jakob und ich tauschten unsere Geschenke aus. Die Familie hat uns sogar auch was geschenkt!! Moni und ich bekamen jeder ein Strandtuch und Jakob ein T-Shirt mit der aufschrift „I survived the Daladala in Tanzania“ Das ist echt so lieb von denen gewesen. Es gab sogar eine leckere Weihnachtsente mit  Gemüse, Reis und Kartoffeln. Ein echter Hit.
So was machen wir Sylvester? Wahrscheinlich einfach hier in Dar es Salaam in einer Strandbar feiern. Ich muss mir noch überlegen was ich anziehe… Mal schauen. Ich melde mich im Nächsten Jahr wieder. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch!!

Comming up soon: Strandbilder aus Dar es Salaam und Erzählungen von unserem heutigen Trip nach Bongoyo Island

Sonntag, 19. Dezember 2010

Bado nipo nipo kwanza

Hallo,
Lange musstet ihr auf meinen nächsten unterhaltsamen Blogeintrag warten. Es ist irgendwie nicht viel Besonderes passiert. Der Alltag holt mich ein. Ein normaler Tag beginnt bei mir meistens um 7h morgens. Bei euch in Deutschland ist es dann 5h. Nach dem Aufstehen wird erst mal geguckt ob Strom vorhanden ist. Wir hatten schon lange keine Stromausfälle mehr. Wenn, dann gab es nur einen Ausfall von wenigen Minuten. Ich stehe also auf und check meinen Mehrfachstecker ob er blinkt. Wenn ja, stehen die Chancen nicht schlecht für Kaffee. Es folgt der nächste check: Gibt es Wasser? Ich drehe den Wasserhahn auf und freu mich, wenn es funktioniert. In den letzten zwei Wochen gab es immer Wasser und das macht mich immer sehr glücklich. Denn ich weiß, wie schlimm es ohne Wasser ist. Ich bin schon mal bei Joyce duschen gegangen, weil wir keins hatten. Zurück zu meinem morgendlichen Ritual. Wasserauffüllen im Wasserkocher brauche ich nicht, das mache ich schon abends, in weiser Voraussicht, dass es ja einen Wasserausfall geben könnte. Wasserkocher wird angemacht  und in der Zeit in der das Wasser heiß wird, gehe ich duschen. Ich dusche immer gerne warm morgens, nachmittags allerdings auch manchmal kalt, wenn es sehr heiß ist. Warme duschen gibt es nur, wenn Strom vorhanden ist. Nach dem Duschen wird Kaffee fertiggemacht und solange er ein wenig erkaltet, damit er geniessbar wird, wird sich angezogen und Haare gebürstet. Ich schminke mich nur selten hier in Afrika. Zum Beispiel, wenn ich eine Präsentation habe, möchte ich gerne sehr schick aussehen. Es werden sogar Noten für das äußerliche Erscheinungsbild verteilt bei manchen Lehrern. Präsentationen gibt es nur in Gruppen und man möchte ja nicht die einzige in der Gruppe sein, die nicht schick ist. Zurück zum morgendlichen Fertigmachen. Ich gehe wenn alles gut läuft fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn aus dem Haus und stolpere verschlafen zum Vorlesungsraum. Stolpern ist echt das richtige Wort für meinen Uni-Weg, denn es gibt nur ziemlich schlechte Sandwege.auf dem Campus. Hin und wieder liegt da ein Stein oder es findet sich plötzlich eine Wurzel, die als perfekte Stolperfalle dient. Am besten finde ich das Loch im Boden, das als Mülleimer fungiert. Im Dunkeln kann man da auch wirklich hineinfallen. Ich habe mir zwar schon angewöhnt auf den Boden zu gucken, aber früh morgens bin ich manchmal unkonzentriert. Man sollte hier auch einfach immer nur langsam laufen. Die Straßen erlauben es nicht, schnell zu hetzen. Leider muss ich mich morgens aber immer beeilen. Bestimmt amüsieren sich die Afrikaner darüber, wie ich tollpatschig zu Fuß unterwegs bin, aber sie zeigen es nicht. Wenn ich stolper und mein Schuh dabei kaputt geht (ist mir schon hin und wieder passiert. Die Massai-Schuhe die ich trage sind auch nicht so stabil), kassiere ich auch immer ein mitleidiges „Pole“.* Zum Glück kann ich die Schuhe für weniger als 20ct reparieren lassen. In dem Vorlesungsraum angekommen, begrüße ich meine Freunde. Sehr selten bekomme ich das morgendliche Gebet mit. In manchen Vorlesungen, die von Nonnen oder Pastoren gehalten werden, wird halt vorher gebetet. Dafür bin ich aber oft einfach zu spät. Während der Vorlesung höre ich natürlich zu. Manchmal schreibe ich auch SMS. Ich hatte vergessen, zu erwähnen, dass ich manchmal schon morgens im Bett eine „Extreem-SMS“ schicke. Mein Mobilfunk-Provider bietet 100 SMS für 400 Shillingi an. 400 Shillingi sind ca 20ct. Die SMS sind zwar limitiert auf einen Tag aber es lohnt sich. Normalerweise kostet eine Nachricht 50 Shillingi. Und ich schreibe mehr als 8 SMS pro Tag…
Na ja was mach ich noch so den ganzen Tag? Freunde besuchen, mich unterhalten, in die Stadt fahren, mir Gedanken um meine Forschungsarbeit machen… 

Ich treffe auf dem Campus immer wieder Leute die mich kennen, ich sie aber nicht. Meistens sind es männliche Personen, die mich ganz euphorisch Begrüßen. Eine Konversation lief am Anfang meiner Zeit in Tansania ungefähr so ab:

Typ: „Heeey Catherlyn!!!“ (Manche hier verwechseln das „L“ und das „R“, zum Beispiel die Menschen, die den Sukuma-Stamm angehören. Und sie denken, dass man meinen Namen englisch aussprechen muss. In der Tansanischen Version heißt Katharina aber auch Katharina. Das verstehen die aber einfach nicht, dass mein Name genauso ist. Das mit dem "L" ist witzig, habe sogar schon SMS bekommen, in denen mein Name wirklich so geschrieben wurde)
Ich: „Hello“
Typ: „How are you?“
I: “I’m fine, thank you, how are you?”
T: “I' good. My name is Innocent.” Oder auch: Goodluck, Godlisten, Evergreen, Happyness, Mambo-Leo (was Hallo, wie geht’s - Morgen auf Kiswahili heißt) etc… diese Namen sind echt beliebt.
I: Oh, nice to meet you. Do we know each other?
T: No, I just wanted to greet you. Only want to get to know you, that we can share Time, have conversations…
I: Ohw ok…
T: Where are you from? (das weiß er schon längst, er will nur ne Konversation starten)
I: Im from Germany.
T: Ahhh from German. (Die verstehen auch nicht, dass ein Unterschied zwischen German und Germany besteht, man weiß nicht warum) How is German? Is it like in Tanzania?
I: No it is totally different. You can’t compare.
T: Do you like Tanzania?
I: Yeah, I love it. I really enjoy my time here.
T: hört nicht auf mich auszufragen… "Do you have Power-Cutoffs in Germany? Do you have Tribes  over there?" Ich erkläre, das es in Deutschland keine Stromausfälle gibt und auch keine Stämme...
Irgendwann kommen dann Fragen wie: „Can you imagine to marry a Tanzanian guy?”
I: „Bado nipo nipo kwanza“ (Das heißt so viel wie „ich bin noch nicht bereit fürs heiraten“ diesen Satz halte ich für sehr wichtig zu wissen)

So das war erst mal wieder von mir. Ich bin übrigens gerade in Dar es Salam, der größten Stadt in Tansania. Sie liegt an der Küste und es ist wunderschön hier. Gestern sind wir angekommen. Ich schreibe demnächst genaueres. Bye…

*heißt so viel wie „Sorry“. Damit drückt man sein Mitleid aus.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

No German...

(written on 1.12.2010)

As I promised, this post is in English. My Tanzanian friends always complain,that they can't enjoy my blog.

The university life is keeping me busy and everything is quite normal. I really enjoy the time here with my friends and I am scared of leaving this place, because I am sure, that I am going to miss a lot, despite the fact that I will see my family and friends back in Germany.

Today it was quite rainy and cloudy. We had something like 18°C. Everyone here felt cold, but for us Germans it was very calm. It was quite amusing, because the classes were so empty- no one wanted to come to university because he felt cold. My friend Joyce wrote me a message that she had to leave the class and go home because she felt freeze. I heard that you guys have -8°C in Germany and while you suffer with this hurting frosty weather, people here go crazy about 18°C. One lecturer finished his lesson after half an hour, because he said, it is impossible to study in these conditions. I laughed!!!

Now let me show you some pictures… I am tired of writing…


Some Pictures are taken with my phone, some with the camera of Martin. 


Antilopen auf Sanane Island

 Bukoba- Musira Island



 


Samstag, 27. November 2010

Bukoba... Kurzurlaub von Donnerstag bis Sonntag


Viele Grüße aus Bukoba. Dies ist eine kleine Stadt nördlich des Viktoriasees. Hier sind wir gestern inn aller früh in ein schönes Kolping-Hotel eingecheckt. Ich sitze gerade auf dem Balkon und genieße die Sonne und den wunderschönen ausblick. Es ist mal wieder schön, ein bisschen Urlaubs-feeling zu haben. Die Uni ist für mich mittlerweile sehr anstrengend geworden. Ich meine nicht, dass ich es anstrengend finde, meine Vorlesungen zu besuchen oder die Aufgaben zu erledigen, sondern eher, dass mich die gesamte Studiensituation der Studenten mitnimmt. Ich frag mich, wie die in den Zuständen studieren können. Gruppendiskussionen finden meistens draußen im Garten statt ohne Tische zum schreiben, ohne Laptops und Internetverbindung. Wenn es spät wird und der Strom ausfällt, können sie in die Vorlseungsräume gehen, falls Generatoren vorhanden sind. Dort kann man meiner Meinung aber aus Strukturellen Gründen auch nicht vernünftig in einer Gruppe kommunizieren. Dann die Bibliothek… es gibt so wenig Bücher und unbequeme Stühle etc. W-lan funktioniert nur manchmal. Nur die wenigsten haben einen Laptop. Und mich macht es so traurig, was die Studenten glauben zu wissen. Ich fragte mich zum Beispiel, woher ein Student die Information hatte, dass Adolf Hitler der Begründer von BMW war. Das glaubte der arme Mensch wirklich. Und er hat Hitler für seine ökonomische Macht und wirtschaftlichen Aufschwung verehrt und wusste nicht, dass er Völkermord begangen hat. Ich wollte das erst nicht in meinen Blog schreiben, weil es nicht meine Absicht ist, dass ihr denkt, dass alle hier so sind. Hoffentlich ist diese Person eine Ausnahme. 
Eine Vorlesung in Ethik hat mich auch ziemlich runtergezogen, welche um Schutz vor Aids ging. Eine Gruppe hatte die Aufgabe, Empfehlungen an die SAUT-Studenten zu formulieren, wie man sich vor Aids schützen kann. Vorschläge wie Sport (weil man dann ja zu müde für Sex ist) oder Verzicht auf Alkohol wurden ausgesprochen. Das wesentliche wurde von den Studenten weggelassen aber glücklicherweise von der Dozentin ergänzt. Ansonsten hätte ich es als meine Aufgabe gesehen, nachzufragen.
Solche Erlebnisse bringen mich immer zum Nachdenken und machen mich traurig. Ich lerne dann, wie gut wir es eigentlich haben. Für mich ist es ok an der SAUT zu studieren, weil ich ein schönes Zimmer, Privatsphäre, Sicherheit, meinen Laptop, Internet etc. habe. Aber ich bin so schockiert, wie einige Leben. Studenten wohnen zu zweit oder mehr in wirklich kleinen Zimmern. Aber für die ist das voll ok, die sind glücklich, auch wenn sie mit einem Gaskocher auf dem Boden kochen. Die arrangieren sich und finden das normal. Es wird als seltsam empfunden, wenn wir erzählen, dass sich Studenten in Deutschland keine Zimmer teilen.

So, nun aber zurück nach Bukoba. Gestern Abend um 9 stiegen wir fünf (Jacob, Martin, Moni, Ida und ich) in unsere Fähre und haben eine erste-Klasse Kabine bezogen. Zweite und dritte Klasse waren einfach mal abgeschottet. Moni, Ida und ich haben uns eine Kabine für 2 geteilt, weil keiner von uns in einer Kabine mit einer Fremden Frau schlafen wollte. Ich schlief in einem ziemlich kleinen Bett zusammen mit Moni. Das war ziemlich warm aber ok. Mich hat viel mehr die Lampe direkt vor unserer Kabine und das furchtbar laute Motorengeräusch gestört. Um 6h morgens kam unser Schiff an und wir sind im übermüdeten Zustand vom Taxifahrer zu unserem schönen Hotel gebracht worden. Das Frühstück war soooo lecker. Endlich mal was anderes als Chapati und Zambuza, dachte ich mir. Es gab getostetes Toast (sehr schwer zu finden in diesem Land) mit Mamelade, spanischem Omlett und Speck, Kaffe, Saft, frische Früchte etc. Wir waren so albern, vielleicht wegen unserer Übermüdung. Ich habe viel gelacht… Wir aßen so viel, bis sich die Bedienung irgendwann geweigert hat, neue Ananas zu bringen. Das gleiche ausgiebige Frühstück hatten wir heute Morgen und werden wir morgen nochmal haben. Ich freu mich schon, auch wenn wir morgen um 5h aufstehen müssen, um unseren Bus zu bekommen. Leider geht keine Fähre sonntagabends. Zu unseren Aktivitäten hier: viel ausruhen, Karten spielen und Ausflüge. Gestern waren wir in einem Museum mit schönen Naturfotografien und heute fahren wir mit dem Schiff zu einer kleinen Insel. Ich mag kleine Inseln und Schifffahrten, wenn ich nicht gerade wegen meiner Hautfarbe diskriminiert werde. In dem Museum habe ich gestern eine schöne Handtasche gekauft, die von Behinderten hergestellt wurde. Das aht mich glücklich gemacht, eine neue Tasche für einen guten Zweck :o)
So ich schreibe so bald wie möglich, wie der Ausflug war und lade ein paar Bilder hoch, versprochen.

Bye und viele Grüße von einer sehr einspannten Kaddy, wohl gesättigt von dem besten Frühstück im ganzen Land …

Sonntag, 21. November 2010

Lärm

Hi,
dieser Blogeintrag wird ohne jegliche Bilder veröffentlicht, da wir nun alle gemeinsam um meine Digitalkamera trauern sollten. Am Samstag den 9.11. war ich mit meiner Handtasche im Club und habe ein bisschen getanzt. Währenddessen schlitzte jemand meine Tasche mit einer Rasierklinge auf, ohne dass ich es bemerkte. Leider wurden mir auf diesem Weg meine Kamera und mein Portemonnaie gestohlen. Zum Glück hatte ich nur Geld bei mir und keine Dokumente. Bitte keine Ratschläge oder „hättest Du doch lieber“-Sprüche… ich weiß schon…

Lasst mich mit schöneren Geschichten fortfahren. Ich war am Freitag den 13.11. auf einer Hochzeit und es war wirklich sehr interessant. Auf Tansanischen Hochzeiten geht es sehr Kitschig zu. Alles war Pink, Lika und hat geglitzert. Die Geschenke wurden glitzernd in schrillen Farben, die in den Augen weh taten, verpackt. Es wurde im Allgemeinen nie gegangen, sondern nur getanzt. Während in Deutschland in die Kirche geschritten wird, wird hier kollektiv im wahrsten Sinne des Wortes reingetanzt. Der Abend hat mir sehr gefallen und es war eine schöne Erfahrung. Das witzige war, dass wir die Leute nicht mal kannten und trotz dem eingeladen waren.

Also und nun zu meinem Geburtstag. Erst mal DANKE an alle, die an mich gedacht haben. Ich hatte einen wunderbaren Tag, auch wenn nicht alles so geklappt hat wie ich es wollte. Ich habe geplant, dass ich für mich und meine Freunde koche. Es war aber sehr stürmisch und regnerisch, weswegen der Strom überall in der Umgebung ausgefallen ist. Bei Kerzenschein kochte ich dann mit Gas. Leider ist mir nicht alles so gelungen wie ich mir vorgestellt habe. Die Scampis waren gut, die Soße auch sehr lecker, jedoch waren die Nudeln furchtbar. Total überkocht und zusammenklebend. Das ist mir noch nie passiert…

Was gibt es sonst noch zu berichten? Also das Unileben wird schon stressiger. Ich habe schon einige Tests und Präsentationen hinter mir. Ich kann über die Ergebnisse nicht klagen. Ich bin zufrieden. Es ist immer lustig hier in den Vorlesungen und selten langweilig. Ich besuche die Seminare gern, weil ich mich freue, dort meine Freunde zu treffen. Die Studenten sind hier nicht viel anders in ihrem Freizeitverhalten wie wir Deutschen. Jedoch unterscheiden sich viele Ansichten. Sehr konservative Denkweisen kleben in den Köpfen der jungen Leute… Das wird wohl auch noch lange dauern, bis sich das ändert, denn hier ist alles viel langsamer, wie ich ja schon mehrfach erwähnte.

Am Samstag (gestern) war ich bei einer Geburtstagsfeier eingeladen (ich alleine ohne meine deutschen Freunde). Eine Freundin von Joy wollte auf Sanane-Island feiern. Sanane ist eine sehr kleine Insel im Viktoriasee, ziemlich nah an der Küste. Es wurden ein Kuchen, diverser Alkohol und einige Snacks eingepackt. Eingeladen waren etwa 15 Leute. Wir fuhren in einem gemieteten Daladala an den Strand und warteten auf das Boot, welches vom Seefahrerclub des Tilapia-Hotels abfuhr. Wir mussten lange warten und irgendwann erfuhren wir, was das Problem war. Das Personal erzählte dem Geburtstagskind, dass ich einen höheren Preis für die Bootsfahrt zahlen musste. Statt den üblichen Preis von 3000 (was ungefähr so viel ist wie 1,50€) verlangten sie 40 000 tansanische Shillings (ca 20€) von mir, weil ich weiß bin. Ja- die haben das auch wirklich so gesagt: „weil ich ein Mzungu bin“ Ich konnte meinen Ohren nicht trauen. Ich fands auch komisch, dass die sich nicht trauten, mir das direkt zu sagen. Stattdessen, erzählten sie dies meinen Freunden. Das Personal hat sich nicht mal getraut, mir in die Augen zu schauen. Joy hat mich zurückgehalten was zu sagen, weil ich wirklich sehr wütend war. Immer wird von mir erwartet, dass ich viel Geld habe, weil ich Europäerin bin, was unschwer zu übersehen ist. Daraus wird versucht Profit zu schlagen. Manchmal fühle ich mich so, als wäre ich ein laufender Geldschein, weil ich ständig angebettelt werde, oder weil die Leute auf dem Markt versuchen, mir billigen Schnickschnack für unverschämte Preise zu verkaufen. Na ja, jegliche Erklärungen, dass ich eine Studentin bin, wie alle anderen auch, waren zwecklos. Das Ende vom Lied war, dass der Preis runtergehandelt wurde und ich ca. 15 000 Shillings mehr bezahlt habe. Das Argument war, dass die die Insel als Nationalpark verstanden wird und Ausländer für touristische Aktionen mehr bezahlen müssen.
Auf der Insel angekommen habe ich erst mal einen Schock bekommen. Ein riesiges Reptil kam angelaufen und ich musste flüchten. Es sah aus wie ein Krokodil, war es aber nicht. Ich habe leider auch die Bezeichnung von diesem flinken Fieh vergessen. Falls es mir wieder einfällt, werde ich den Namen ergänzen.
Die Feier war sehr nett, aber auch sehr laut. Es wurde wie üblich viel getanzt und gesungen. Es hat so viel Spaß gemacht. Ich war froh, dass ich dabei sein konnte. Natürlich wurde auch erwartet, dass ich tanze -.- Ich hab mein bestes gegeben hehe… Um ca 7h Abends war ich zurück und schon rech müde, weil dieses ganze Gesinge und Getanze der Partygäste echt anstrengend war.

Zurück auf dem Festland gingen Monika, Jokob, Ida und ich noch auf die Soziologie Party. Wir waren total underdressed, weil wir nämlich nicht wussten, dass das als ein Ball verstanden wird. Jeder war total fein gekleidet. Wir hatten extra am Tag zuvor gefragt, was man tragen sollte, und uns wurde gesagt, wir könnten anziehen was wir wollten. Ganz toll… wir sind nicht lange geblieben, weil es irgendwie langweilig war. Stattdessen gingen wir aufs Bonfire, ein großes Lagerfeuer auf dem Fußballfeld. Es war echt schön. Es gab laute Musik und Getränkestände. Wir haben uns viel unterhalten und einige Bekannte getroffen. Allerdings wurde ich schnell müde und bin gegen eins ins Bett gegangen. Mein schlaf war nicht besonders Tief, weil es sehr lange Laut war. Mein Zimmer ist nämlich nicht weit vom Fußballfeld. Denke um ca. vier Uhr hörte die Musik auf zu spielen. Morgens um ca. acht gingen die Gottesdienste los, die sind auch immer sooo laut. Ich habe mich so geärgert, als ich um 11 aufstand und feststellte, dass wieder Stromausfall war. Mein Handy war nicht aufgeladen, was bedeutete, dass dieser Zustand schon länger war. Warum haben wir keinen Strom bzw. keine Generatoren, während die Nachbarhäuser, in denen die Gottesdienste stattfinden immer Elektrizität haben??? Die Boxen, die die lauten Gesänge (bzw. Geschreie) wiedergeben, funktionieren IMMER. Ja- IMMER!!! Auch um Morgens um 7:30. Aber in Vorlesungen irgendwie manchmal nicht, weswegen hin und wieder Veranstaltungen ausfallen. Und es handelt sich um dieselben Gebäude. Ich versteh das nicht. Vielleicht ist Gott so gnädig und schenkt ihnen Strom, wenn sie Gottesdienste feiern wollen.

Na ja ich werde mal mein Zimmer aufräumen. Ich starte die Woche immer gerne geordnet. Bis dann meine Lieben. Grüße aus Afrika


Montag, 1. November 2010

Alltag und Urlaub

Hey,
ohh ich vernachlässige meinen Blog, es tut mir sehr leid. Langsam tritt hier der Alltag ein, jedoch ist es jeden Tag spannend und ich erinner mich nicht, wann mir das letzte Mal langweilig war. Überwiegend ist es hier witzig und ich bin ständig damit beschäftigt, die Besonderheiten des Landes in meinem Kopf zu analysieren. Wenn ich mit den einheimischen darüber spreche, was in meinen Augen komisch ist, lachen die häufig, da es für die absurd ist, dass ich es seltsam finde. Sie kennen es einfach nicht anders. Zum Glück bekomme ich das hin, bei meinen Analysen nicht überheblich zu wirken, denn das möchte ich auf keinen Fall. Es glücklicherweise als einfache Beobachtung ohne jegliche Wertung aufgefasst.
Ja was gibt es zu erzählen?? Viel. Ich versuche das Spannenste herauszufiltern.  Zum Beispiel haben wir letztes Wochenende einen Trip nach Ukerewe gemacht. Ukerewe ist eine Insel im Viktoriasse. Man fährt etwa drei Stunden mit einem ungemütlichen Boot um sie zu erreichen. Es war wirklich echt schön und hat sich angefühlt wie ein kleiner Urlaub. Die Uni ist echt teilweise anstrengend und ich war froh, mal ausspannen zu können. Wir wurden unverzüglich auf der Insel von Kindern begrüßt, die uns „Wazungu“ zugerufen haben. Das ist das Kiswahili Wort für mehrere Weiße. Offensichtlich kommen sehr selten Wazungus auf diese Insel. Wir checkten in ein gemütliches Hotel mit temporär funktionierendem Wasser und Strom ein und nach einer kurzen Zeit begannen wir den geplanten Fahrradausflug. Ihr könnt es nicht glauben, wie froh ich war, endlich wieder Fahrrad fahren zu können. Zwar waren die Räder extrem heruntergekommen und nicht wirklich Verkehrstüchtig aber es hat Spaß gemacht. Berg hoch fand ich persönlich angenehmer, weil ich jedes Mal bei bergab Angst hatte. Meine Bremsen haben nicht wirklich funktioniert und ich hatte manchmal Schwierigkeiten mein Fahrrad zu kontrollieren. Es war manchmal echt gefährlich, wenn Fahrzeuge entgegen kamen. Der hier herrschende Linksverkehr ist sooo verwirrend. Mir ist nichts passiert, leider hatte nur Martin einen kleinen Crash mit einem Piki-Piki. Das war nicht so schön… Er ist aber wieder wohlauf und hat nur eine kleine Schürfwunde am Bein.
Wir haben auf Ukerewe gesehen, wie die Menschen in sogenannten „rural areas“ leben. Der Führer unseres Fahrradtrips zeigte uns stolz seine drei Häuser und seine Familie. Die Häuser bestanden aus Lehm und Schilf und die Kinder hatten kaum was zum anziehen. Wir hatten ein schlechtes Gewissen, als die Familie uns extra Sitzgelegenheiten brachte, damit wir nicht stehen mussten. Es gab wirklich nur das Minimalste. In seinem Stamm wurde eine bestimmte Sprache gesprochen, dessen Namen ich nicht behalten konnte. Es gibt hier sooo viele Sprachen, die kann ich mir nicht alle merken.
Ansonsten haben wir abends im Hotel gegessen und uns unterhalten. Die Bedihnung in unserem Hotel ist echt ziemlich lustig gewesen. Wir wurden immer wieder gefragt, was wir nochmal wollten und hatten sehr lange Wartezieten, bis wir endlich unseren Hunger stillen konnten. Am Abend bestellten wir unser Frühstück. Wir wollten 6 Omletts und Chai-Tee. Am Nächsten Morgen fiel den Leuten auf, dass nur 2 Eier für Omletts vorhanden waren und wir warteten ca. eine Std auf den Tee. Wir nahmen das mit Humor, ansonsten würde man es in diesem Land auch nicht aushalten.
Am nächsten Tag gingen wir in die Stadt um Kangas (schöne Tücher mit blumigen Mustern und Sprüchen drauf) einzukaufen. Später sonnten wir uns noch ein bisschen und dann ging auch schon unser Schiff zurück nach Mwanza.

Ich mache hier von Tag zu Tag das gleiche, mein Tagesablauf ist mittlerweile Routiniert. Ich habe schon Freunde, mit denen ich zusammen lernen oder auch in die Stadt was essen gehen kann etc. Insgesamt fühl ich mich wohl. Deswegen werde ich in diesem Blog die Bilder sprechen lassen, das vieles hier jetzt nicht so wichtig ist zu erzählen.

Ach ja- Tansania hat gewählt. In den letzten Tagen gab es einen hitzigen Wahlkampf. Es sind Wägen mit riesigen Boxen aufgeladen herumgefahren um Werbesprüche für eine bestimmte Partei zu verkünden. Diese Ruhestörung hat nun endlich ein Ende, da die Bürger gestern ihre Stimme abgeben konnten. Jeder Bürger hatte die Chance in ein Wahlbüro zu gehen um ein Blatt mit Bildern der Kandidaten zu erhalten. Es wurde also vorausgesetzt, dass nicht alle lesen können. Jeder der gewählt hat, hat an seinem kleinen Finger in Tinte halten müssen, damit er als „hat schon gewählt“ erkannt werden kann. Mir wurde empfohlen in diesen Tagen am Campus zu bleiben, da es zu Unruhen kommen kann, wenn Ergebnisse verkündet werden.

So das wars wieder von mir. Ich bin müde. Bis bald.

Ein Paar allgemeine Bilder:

Joy und ich in der TJ-Bar

Ich in meinem Zimmer, bereit für eine Präsentation
Hier beginnt unsere Reise nach Ukerewe
Um 8h Morgens auf das Schiff wartend

Das lustige Rettungsboot auf unserem Schiff

Ukerewe Strandleben





Wir teilten uns unter anderem aus Kostengründen zu dritt ein Bett

Straße vorm Hotel

Lustiges Frühstück


Rückweg, hier endet unsere Reise
Sonnenuntergang von heute Abend