Kaddy in Tanzania vom 26.9.2010 bis 11.3.2011

Montag, 1. November 2010

Alltag und Urlaub

Hey,
ohh ich vernachlässige meinen Blog, es tut mir sehr leid. Langsam tritt hier der Alltag ein, jedoch ist es jeden Tag spannend und ich erinner mich nicht, wann mir das letzte Mal langweilig war. Überwiegend ist es hier witzig und ich bin ständig damit beschäftigt, die Besonderheiten des Landes in meinem Kopf zu analysieren. Wenn ich mit den einheimischen darüber spreche, was in meinen Augen komisch ist, lachen die häufig, da es für die absurd ist, dass ich es seltsam finde. Sie kennen es einfach nicht anders. Zum Glück bekomme ich das hin, bei meinen Analysen nicht überheblich zu wirken, denn das möchte ich auf keinen Fall. Es glücklicherweise als einfache Beobachtung ohne jegliche Wertung aufgefasst.
Ja was gibt es zu erzählen?? Viel. Ich versuche das Spannenste herauszufiltern.  Zum Beispiel haben wir letztes Wochenende einen Trip nach Ukerewe gemacht. Ukerewe ist eine Insel im Viktoriasse. Man fährt etwa drei Stunden mit einem ungemütlichen Boot um sie zu erreichen. Es war wirklich echt schön und hat sich angefühlt wie ein kleiner Urlaub. Die Uni ist echt teilweise anstrengend und ich war froh, mal ausspannen zu können. Wir wurden unverzüglich auf der Insel von Kindern begrüßt, die uns „Wazungu“ zugerufen haben. Das ist das Kiswahili Wort für mehrere Weiße. Offensichtlich kommen sehr selten Wazungus auf diese Insel. Wir checkten in ein gemütliches Hotel mit temporär funktionierendem Wasser und Strom ein und nach einer kurzen Zeit begannen wir den geplanten Fahrradausflug. Ihr könnt es nicht glauben, wie froh ich war, endlich wieder Fahrrad fahren zu können. Zwar waren die Räder extrem heruntergekommen und nicht wirklich Verkehrstüchtig aber es hat Spaß gemacht. Berg hoch fand ich persönlich angenehmer, weil ich jedes Mal bei bergab Angst hatte. Meine Bremsen haben nicht wirklich funktioniert und ich hatte manchmal Schwierigkeiten mein Fahrrad zu kontrollieren. Es war manchmal echt gefährlich, wenn Fahrzeuge entgegen kamen. Der hier herrschende Linksverkehr ist sooo verwirrend. Mir ist nichts passiert, leider hatte nur Martin einen kleinen Crash mit einem Piki-Piki. Das war nicht so schön… Er ist aber wieder wohlauf und hat nur eine kleine Schürfwunde am Bein.
Wir haben auf Ukerewe gesehen, wie die Menschen in sogenannten „rural areas“ leben. Der Führer unseres Fahrradtrips zeigte uns stolz seine drei Häuser und seine Familie. Die Häuser bestanden aus Lehm und Schilf und die Kinder hatten kaum was zum anziehen. Wir hatten ein schlechtes Gewissen, als die Familie uns extra Sitzgelegenheiten brachte, damit wir nicht stehen mussten. Es gab wirklich nur das Minimalste. In seinem Stamm wurde eine bestimmte Sprache gesprochen, dessen Namen ich nicht behalten konnte. Es gibt hier sooo viele Sprachen, die kann ich mir nicht alle merken.
Ansonsten haben wir abends im Hotel gegessen und uns unterhalten. Die Bedihnung in unserem Hotel ist echt ziemlich lustig gewesen. Wir wurden immer wieder gefragt, was wir nochmal wollten und hatten sehr lange Wartezieten, bis wir endlich unseren Hunger stillen konnten. Am Abend bestellten wir unser Frühstück. Wir wollten 6 Omletts und Chai-Tee. Am Nächsten Morgen fiel den Leuten auf, dass nur 2 Eier für Omletts vorhanden waren und wir warteten ca. eine Std auf den Tee. Wir nahmen das mit Humor, ansonsten würde man es in diesem Land auch nicht aushalten.
Am nächsten Tag gingen wir in die Stadt um Kangas (schöne Tücher mit blumigen Mustern und Sprüchen drauf) einzukaufen. Später sonnten wir uns noch ein bisschen und dann ging auch schon unser Schiff zurück nach Mwanza.

Ich mache hier von Tag zu Tag das gleiche, mein Tagesablauf ist mittlerweile Routiniert. Ich habe schon Freunde, mit denen ich zusammen lernen oder auch in die Stadt was essen gehen kann etc. Insgesamt fühl ich mich wohl. Deswegen werde ich in diesem Blog die Bilder sprechen lassen, das vieles hier jetzt nicht so wichtig ist zu erzählen.

Ach ja- Tansania hat gewählt. In den letzten Tagen gab es einen hitzigen Wahlkampf. Es sind Wägen mit riesigen Boxen aufgeladen herumgefahren um Werbesprüche für eine bestimmte Partei zu verkünden. Diese Ruhestörung hat nun endlich ein Ende, da die Bürger gestern ihre Stimme abgeben konnten. Jeder Bürger hatte die Chance in ein Wahlbüro zu gehen um ein Blatt mit Bildern der Kandidaten zu erhalten. Es wurde also vorausgesetzt, dass nicht alle lesen können. Jeder der gewählt hat, hat an seinem kleinen Finger in Tinte halten müssen, damit er als „hat schon gewählt“ erkannt werden kann. Mir wurde empfohlen in diesen Tagen am Campus zu bleiben, da es zu Unruhen kommen kann, wenn Ergebnisse verkündet werden.

So das wars wieder von mir. Ich bin müde. Bis bald.

Ein Paar allgemeine Bilder:

Joy und ich in der TJ-Bar

Ich in meinem Zimmer, bereit für eine Präsentation
Hier beginnt unsere Reise nach Ukerewe
Um 8h Morgens auf das Schiff wartend

Das lustige Rettungsboot auf unserem Schiff

Ukerewe Strandleben





Wir teilten uns unter anderem aus Kostengründen zu dritt ein Bett

Straße vorm Hotel

Lustiges Frühstück


Rückweg, hier endet unsere Reise
Sonnenuntergang von heute Abend

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