Also, nun bin ich in Dar es Salaam angekommen. Am Samstagmorgen sollte ich eigentlich um halb fünf Uhr (!!!) aufstehen, um halb 6 am Busbahnhof zu sein. Leider habe ich verschlafen. Um zehn vor 5 wurde ich dann von Monica geweckt, da sie feststellte, dass bei mir noch kein Licht an war. In Windeseile habe ich geduscht und um zehn nach 5 saßen wir allesamt im Taxi. Ich habe sehr gehofft, dass der Bus gemütlich, beziehungsweise bequem ist. War leider nicht der Fall. Die Sitze konnte man nicht mal zurückstellen. Es war auch ziemlich eng. Neben Monica war es aber zum Glück gemütlich, sie ist ja nicht dick. Dann fragte ich Monica als wie uns niedergelassen haben „wir fahren acht Stunden, richtig?“ – „Nein Kaddy, wir fahren 12.“ –„Oh, ich dachte 8“ Große Enttäuschung. Die Fahrt ging los. Moni und ich haben sogar eine AST eingeworfen. Eine von uns sogenannte „Anti-Scheiß-Tablette“ (Perenterol) sollte uns davor bewahren, auf Toilette gehen zu müssen. Es ist allgemein bekannt, dass es keine vernünftigen Toiletten auf der Strecke von Mwanza nach Dar gibt. Es wird einfach in den Busch gepinkelt. Die Fahrt war lang und unbequem. Ich fragte mich oftmals, warum wir eingentlich nicht geflogen sind. Immer wenn ich halbwegs eingeschlafen war, kam einer dieser „Speedbumps“ und schleuderte die Fahrgäste in die Luft. Diese Straßenhubbel nervten ziemlich. Der Sitz war auch total eng und man hatte keine Beinfreiheit. Aus den erwarteten 12 Std wurden 16 und zwischendurch hatten wir immer wieder hektische Pausen von ca. 5 Minuten um die natürliche Toilette zu benutzen. Ein Hoch auf die AST- sie hat gewirkt! Eine längere Pause hatten wir. In Dodoma, der offiziellen Hauptstadt Tansanias hatten wir 15 Minuten um was zu essen. Ich kaufte die ekelhaftesten Sambusa, die ich jemals gegessen hatte. Von Stück konnte ich nur einen essen… Na ja insgesamt war das die ungemütlichste Reise meines Lebens. Am Anfang war es noch ganz gut, ich sah aus dem Fenster und genoss die Landschaft.
| Weite... |
Aber nach etwa 4 Stunden hatte ich mich auch sattgesehen, auch wenn die Landschaft echt vielseitig ist in diesem Land. Diese unendliche Weite und Menschenverlassenheit ist schön. Hin und wieder kamen kleine Dörfer und man konnte es sich vorstellen, wie es ist, mitten im Nirgendwo zu Leben. Wie machen die Menschen das eigentlich? In diesen Dörfern, oder besser: Ansammlung von 2-10 Häusern, gab es keine Geschäfte oder Wasserstellen. Die Menschen leben abseits jeglicher Zivilisation in Lehmhütten. Bergige Landschaft, Flusslandschaft, Wüste… alles war dabei. Wirklich schön.
| kleines "Dorf" |
Nagut, nun zum Leben in Dar es Salaam. Diese Stadt hat viele Möglichkeiten. Endlich konnte ich mal in Einkaufzentren gehen, die mit europäischem Standard vergleichbar sind. Zum Glück muss man in denen nicht handeln, denn angenehmerweise gibt es in Einkaufszentren feste Preise.
Hier gibt es sehr gute Orte, an denen man gut Souvenirs kaufen kann. Ich habe schöne Sachen gefunden, unter Anderem auch Ölbilder. Mit den Künstlern konnte man gut handeln. Wenn ich besonders freundlich war, sind sie mit dem Preis deutlich herunter gegangen. Ich habe mich zum Beispiel mit so einem Rastamann angefreundet, der mein Haar mochte. Er dachte erst, dass ich Italienerin bin, weil ich inzwischen echt dunkle Haut bekommen habe.
Die Strände hier sind so schön. Man muss aber aufpassen, dass man sich nicht verbrennt, denn die Sonne ist echt aggressiv.
Achja, wie war eigentlich Weihnachten? Ich hatte keinerlei Weihnachtstimmung, denn es ist dafür auch wirklich zu warm. Bei über dreißig Grad und Sommerfeeling erscheint einem alles was Weihnachten ausmacht unglaublich fern. Wenn man dann auch noch ohne Familie unterwegs ist… Schon sehr komisch. Wir leben hier ja bei der Familie Palanjo, Bekannte von Moni. Jakob, Moni und ich haben es hier sehr gut. Ich finde es so freundlich, dass sie uns hier wohnen lassen, besonders über Weihnachten. Ein Freund der Familie Palanjo, Frank, hat uns alle zu Heilig Abend bei sich eingeladen. Er uns seine Tansanische Frau bereiteten ein Herrliches BBQ vor. Frank besitzt ein wunderschönes Strandhaus und während wir den Wellen lauschten, wurde gegessen, in verschiedenen Sprachen gesprochen und natürlich auch getrunken. Frank liebte es, uns seine selbstgemachten Schnäpse probieren zu lassen. Ananas-Mango eingelegt in verschiedenen Alkohol etc. Das war nicht schlecht und man musste aufpassen, nicht betrunken zu werden. Im Laufe des Abends rief ich meine Eltern an um frohe Weihnachten zu wünschen. Das war natürlich schön. Als Familie Palanjo müde wurde, fuhren wir zurück. Jakob war dann in Partylaune und wir der kehrten noch in eine Bar ein. Dort endete unser Heilig Abend. Am nächsten Morgen gingen wir sehr müde in den Weihnachtsgottesdienst, denn hier in Tansania ist der erste Weihnachtsfeiertag der wichtigste Tag. Ich hätte mir eigentlich sparen können dort hinzugehen, denn ich habe kaum was verstanden. War ja in Swahili. Aber ich habe mich gefreut, als echte deutsche Weihnachtslieder, wie zum Beispiel „vom Himmel hoch da komm‘ ich her“ oder „Oh du fröhliche“ in Swahili gesungen wurden. Mit Hilfe des Gesangbuches konnte ich sogar mitsingen.
| war zwar nicht das Weihnachtsessen, aber so sieht es aus, wenn wir zusammen Dinner haben. |
Am Nachmittag gab es Bescherung. Moni, Jakob und ich tauschten unsere Geschenke aus. Die Familie hat uns sogar auch was geschenkt!! Moni und ich bekamen jeder ein Strandtuch und Jakob ein T-Shirt mit der aufschrift „I survived the Daladala in Tanzania“ Das ist echt so lieb von denen gewesen. Es gab sogar eine leckere Weihnachtsente mit Gemüse, Reis und Kartoffeln. Ein echter Hit.
So was machen wir Sylvester? Wahrscheinlich einfach hier in Dar es Salaam in einer Strandbar feiern. Ich muss mir noch überlegen was ich anziehe… Mal schauen. Ich melde mich im Nächsten Jahr wieder. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch!!
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