Kaddy in Tanzania vom 26.9.2010 bis 11.3.2011

Dienstag, 8. Februar 2011

Nimesahau Maneno*

Die Zeit in Mwanza ist so gut wie vorbei und ich stehe dem mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits möchte ich unbedingt auf Safari und freue mich darauf, on the other hand, finde ich es auch unglaublich traurig mich hier verabschieden zu müssen. Einigen Leuten musste ich schon Tschüss sagen, da sie verreist sind oder es keine Gelegenheit mehr gibt sich vor unserer Abreise zu treffen.
Ich fühle mich so, als wäre ich gestern erst angekommen. Es fühlt sich an wie gestern, wie ich hier hergeflogen bin und ankam ohne die Ahnung, was auf mich zukommt.






Und ich weiß noch genau, wie ich hier das erste Mal in der Mensa war und die diesen furchtbaren Reis mit Bohnen gegessen habe.






Und meine erste Daladala-Erfahrung…
Mittlerweile steige ich in solch volle Busse gar nicht mehr ein.




Und ich weiß noch, wie ich hier in der Mensa meine Freunde Kennengelernt habe.






Ein weiteres Highlight ist Ukerewe, diese kleine nicht besonders entwickelte Insel… Es war echt schön dort und ich erinner mich, wie toll ich es fand, mal wieder Fahrrad zu fahren. Es so toll und besonders witzig war das Frühstück, in bei dem mehrere Bedienstete es nicht hinbekommen haben uns Tee zu bringen. Wir haben uns kaputt gelacht. Wir fragten ob es Tee gab… Zwanzig Minuten kam sie und sagte, es gibt keine Teebeutel, nur die Blätter… Alles klar. Zwanzig Minuten später fragten wir die Bedienung, wo der Tee blieb… und es kam einfach keiner. Dann sagten wir ihr, dass wir doch schon heißes Wasser hätten und einfach nur den Tee haben wollten… 15 Minuten Später brachte sie uns Teebeutel :D Ich habe Tränen gelacht!!! Man bedenke, es waren bestimmt drei Servicekräfte und wir waren die einzigen Gäste!!

die Kinder sehen wohl ne Wazungu



Oder wie wir nach Bukoba gefahren sind und dort die schönen Orte besucht haben.. Das Frühstück dort war auch besonders albern, aber nur, weil wir so übermüdet waren. Es war auch so lustig, wie Moni und ich uns ein viel zu kleines Bett auf dem Boot teilen mussten...







Ja und Malaika Hotel Resort hier in Mwanza… Wunderschön. Hier lässt sich wunderbar schwimmen gehen und sich sonnen...



 
Ich habe neulich meinen Blog durchstöbert und meine älteren Einträge gelesen. Oh man, ich habe mich echt etwas erschrocken. Was ein differenziert formuliertes, hochgestochenes Deutsch ich doch vermochte zu schreiben!! Und was ist jetzt? Ich weiß manchmal nicht wie ich mich in meiner eigenen Muttersprache ausdrücken soll. Oft erwische ich micht, wie ich in einem Mix aus Endlisch und Swahili denke. Zum Beispiel: "Where do I keep my Chunwi?" oder "Should I eat chipyi kuku again?" Ich versteh das einfach nicht, die Zeit hier war doch gar nicht so lang...

Zumindest lang genug, um Menschen zu treffen, die mir ans Herz gewachsen sind.  Ich kenn das ja- Bin schon oft umgezogen und überall wo man ist, lässt man ein Stück Herz. Ich kann nirgendwo sein und keine Freunde finden. Ich hätte genauso gut denken können, es lohnt sich nicht, sich hier mit wem anzufreunden, denn ich geh ja eh bald wieder. Doch ich empfinde es als eine Bereicherung, mich mit Menschen verschiedener Kulturen auszutauschen und bin froh, mit Menschen, die ich mag Zeit zu verbringen.

Als ich meine älteren Blogeinträge las, ist mir auch aufgefallen, was ich anfangs so komisch fand, mit der Pole-Pole Philosophie (vielleicht erinnert ihr euch), der Gemütlichkeit und Sorglosigkeit der Menschen. Ich muss sagen, dass ich mir das auch etwas angewöhnt habe :D

Ich habe ja angefangen aufzulisten, was ich mir in Deutschland abgewöhnen muss.
Dies war meine Art zu zeigen, wie diese Kultur mich und mein Verhalten beeinflusst hat. Mir fallen immer wieder neue Dinge ein. Zum Beispiel habe ich mir hier angewöhnt, die öffentlichen Toiletten nicht abzuschließen, wenn ich darauf gehe, denn es kann passieren, dass man nicht mehr rauskommt, weil die Tür klemmt. Das mit der Toilette ist hier eh so eine sache… Ein Mal wollte ich im TJ’s auf Toilette und da stand ne Frau vorm Waschbecken und telefonierte. Aber anstatt, dass sie raus ging oder mcih warten ließ, forderte sie mich auf, einfach zu pinkeln, während sie noch drin war. Na ja- warum nicht dachte ich :D Und als ich letztens mit Moni dort auf Toilette war, ist auch einfach eine rein gekommen und hat da gewartet. In Deutschland undenkbar…

Ich bin so glücklich, dass ich die Chance hatte hier her zu kommen. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung und ich denke, jeder der die Gelegenheit hat, sollte sich dieses Land mal ansehen.  


*Ich vergaß die Wörter

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