Jambo!
Bisher wurde mir hier noch nicht langweilig. Gestern Abend fuhren wir in ein Restaurant in der Innenstadt und aßen mit den anderen Studenten aus Vechta, die die Semesterferien hier verbrachten um Freiwilligenarbeit in irgendwelchen NGO’s zu leisten. Es war noch ein Typ aus Würzburg mit dabei, den irgendwer irgendwoher kannte. Der ist hier ganz allein in Tanzania unterwegs und arbeitet in einer Organisation für Waisenkinder. Ich hatte Shrimps süß sauer. Es war ziemlich schmackhaft und spottbillig. Leider habe ich diese riesige Portion nicht geschafft aufzuessen. Die Shrimps konnte ich alle essen, jedoch blieb viel Reis übrig.
Heute sind wir erneut früh aufgestanden um nochmal zu schauen, ob mein Gepäck inzwischen in Mwanza angekommen ist. Mir wurde das Selbe Gepäckstück wie an den anderen Tagen gezeigt und ich erklärte erneut, dass dies nicht mein Gepäck sei. Ich war kurz vorm Ausrasten. Glücklicherweise war Sakina vom International Office dabei, mich ruhigzustellen. Später füllte ich ein Formular aus, welches mein Gepäck beschreiben und meine Kontaktdaten sichern sollte. Ich habe nicht verstanden, warum ich das nicht schon am ersten Tag machen konnte. That’s Afrika! Später fuhren wir noch zu einem Büro der Fluggesellschaft. Die sagten aber, dass nur das Personal am Flughafen dafür zuständig sei (also all diese Flaschen, die ich schon zusammenfalten wollte) Safi! Ich habe mich also erneut von dem Gedanken verabschiedet mein Gepäck je wiederzusehen. Als ich dann heute Mittag mein Managerschläferchen halten wollte, erhielt ich einen Anruf. Ich liebe es, wenn mich Leute anrufen wollen, wenn ich gerade eingenickt bin (achtung Ironie!). Es sprach eine Frau von der Fluggesellschaft. Ich sollte mich identifizieren und meinen Koffer beschreiben. Der Koffer sei in Kairo gelandet und befindet sich in Dar es Salam. Heute Abend würde ich ihn Abholen können um neun. Ich erklärte, dass es abends nicht möglich ist, zu kommen aber dass ich dann Morgen früh kommen würde (es ist abends schwierig an Dala-Dalas zu kommen und außerdem ist es gefährlich). Ich glaube immer noch nicht, dass es sich um mein Gepäck handelt aber ein Versuch ist es wert. Ich weiß nicht, warum ich da immer aufkreuzen muss, denn es lässt sich auch einfach per Telefon klären, ob das mein Koffer ist oder nicht. Ich bin glaube ich die einzige, die einen Koffer mit schwarz-weißen Blumen besitzt hier. Na ja, Pole-Pole…
Auch in der Uni war heute Pole-Pole angesagt. Ich muss das noch üben, denn ich bin viel zu ungeduldig für diese Mentalität. Wir gingen in ein Büro um uns zu registrieren. Es wurden uns Registernummern zugeteilt, indem sie einfach auf einen Zettel geschrieben wurden. Mir ist es unbegreiflich, wozu man dafür Elektrizität braucht. Nachdem diese Prozedur von statten gegangen ist, gingen wir ins nächste Büro, und erhielten unseren vorläufigen Studentenausweis. Mein Foto, welches ich dafür benötige, befindet sich in meinem Koffer. So darf ich, falls mein Koffer morgen noch nicht da ist, noch zu einem Fotoladen gehen.
Daraufhin sprachen wir mit einer Frau über unsere Unterkunft. Wir wohnen zurzeit in einem Guesthouse und sie meinte, wir müssten umziehen, weil wir ja bald Studenten hier sind. Ich konnte nicht viel verstehen, Moni redete fast die ganze Zeit in Kiswahili mit denen (Moni kann das, da ihre Mutter aus Tanzania kommt). Zwischendurch habe ich mal eingeworfen, dass sie bitte Englisch sprechen sollten. Es wurde entschieden, dass Moni, zwei andere Ausländische Studierende und ich zu viert in ein Haus kommen würden. Jakob sollte mit einem Priester zusammenwohnen, hätte aber einen eigenen Raum. Es ist in Tanzania nicht erlaubt, dass Männlein und Weiblein mit Studentenstatus in einem Haus wohnen. Ich hab das nicht so ganz kapiert, denn im Guesthouse leben wir auch zusammen. Moni und ich hätten uns in der neuen Unterkunft ein Schlafraum teilen müssen. Na toll. Ich bin es weder gewohnt zu viert unter einem Dach zu leben als auch mein Zimmer zu teilen. Moni hatte sich schon damit abgefunden und meinte, sie würde es aushalten. Sehr optimistisch, nicht wahr? Ich glaube, keiner der mich kennt würde das auf Dauer wollen, denn zwischendurch muss ich mich zurückziehen können, sonst werde ich anstrengend. Was meint ihr, hat sich Kaddy das gefallen lassen? Nein! Ich sprach mit Sakina, und wir können nun erst mal im Guesthouse bleiben.
So nun zu erfreulicheren Dingen. Ich habe heute lustige Affen gesehen. Heute Abend schauen wir uns den Sonnenuntergang auf einen Berg an. Ich freue mich schon.
Wir erhalten hier viel Hilfe von Sakina, der Assistentin der Chefin vom International Office und von Octavian, ein Student, der bald nach Vechta geht. Wenn wir die nicht hätten, wären wir komplett aufgeschmissen. Octavian hat uns auch gestern durch die Stadt geführt und uns mit einigen Dingen weitergeholfen. Schön ist auch, dass wir Andere aus Vechta um uns herum haben. Die geben uns viele hilfreiche Tipps. Ich bin dafür sehr dankbar!
Ps: Habe schon Bilder verkleinert, damit ich sie hochladen kann. Es stellte sich jedoch heraus, dass ich besser die allerkleinste Größe wähle, damit es nicht Ewig dauert. Das wird morgen gemacht.
Was dich nicht umbringt, macht dich härter, liebe Kaddy! :)
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