Kaddy in Tanzania vom 26.9.2010 bis 11.3.2011

Freitag, 1. Oktober 2010

Bomba!

Guter Tag! Ich bin aufgestanden und es begrüßte mich die Sonne. Es folgten eine warme Dusche (hier ist es nicht selbstverständlich) ein schöner heißer Tee und eine tansanische Spezialität zum Frühstück. Ich aß Zambuza, eine Dreieckige Teigtasche frittiert mit Hackfleisch gefüllt. Es ist gewöhnungsbedürftig eine solch reichhaltige Hackfleischecke am Morgen zu essen. Leider war der Obstsalatschneider noch nicht da, also entschied ich mich dafür. Man kann sonst für 25ct einen frischgeschnittenen Obstsalat mit Bananen (die ich hier leider auch nicht mag), Gurken (das ist neu für mich), Wassermelone (ok das ist üblich) und Ananas bekommen. Der schmeckt wirklich ganz gut, doch muss man aufpassen, dass der Obstsalatschneider kein Salz rüber streut. 

Dann folgte die Stunde der Wahrheit, wir fuhren zum Flughafen. Und tatsächlich- Mein Koffer war wieder da. Ich habe mich so gefreut. Ich habe meinen Koffer umarmt, was zu Erheiterung der umher stehenden Leute führte.  Sakina hat sehr herzlich gelacht. Sie machte mich lachend nach, wie ich die Leute gestern anschrie. Die vom luggage-service fragten mich gestern nach derm Aussehen meines Koffers: „What ist the dominant colour?“ und ich antwortete „Black with flowers“. Nerviger weise fragten sie mich immer wieder, was die dominante Farbe ist. Denn es war nicht möglich „black with flowers“ auf dem Formular anzukreuzen. Schwierig, schwierig.  Mich hat das gestern ziemlich aufgeregt. Das hätte man filmen müssen.
Wir erfuhren, dass der Koffer versehentlich nach der Ankunft in Mwanza zurück aufs Gepäckband gelang und unter anderem nach Kairo geflogen wurde. Ich bin ein bisschen neidisch auf meinen Koffer, denn er hat fast ganz Afrika bereist.

Eben habe ich beim Mittagessen einen Herrn kennengelernt, der mir erzählte, dass er Gastdozent hier ist. Er aß auf ziemlich unappetitliche Weise zwei Fischköpfe (eine Delikatesse hier, die gerne von einflussreichen Menschen gegessen wird, oder von welchen, die denken, dass sie einflussreich sind). Nur so nebenbei: Ich werde ausgelacht, wenn ich an der Kantine Fisch bestelle und nicht den Kopf möchte. Heute gaben sie mir die hintere Flosse, was hier wohlmöglich auch gerne gegessen wird. Ich muss den noch beibringen, dass ich am liebsten den Mittelteil esse. Zurück zu dem vermeintlich einflussreichen Mann. Er war sehr interessiert in was ich hier mache und was meine zukünftigen Pläne sind. Das Gespräch war wirklich interessant und wir sprachen unter anderen über Probleme in Afrika, wie zum Beispiel die hohe Vergewaltigungsrate in Südafrika. Er lobte mein Englisch und fragte, wo ich das gelernt hätte. Hier sind die Leute sehr kommunikativ und offen, im Gegensatz zu denen in Deutschland. Er war verwundert, dass ich nicht verheiratet bin, denn offensichtlich hat ein Ring am linken Ringfinger hier die Bedeutung eines Eherings (dort trage ich zurzeit einen aus modischen Gründen).  Er erzählte mir, dass alle Männer einen Bogen um mich herum machen werden, wenn ich ihn dort behalte. Ich sagte: „Sehr gut, dann lasse ich ihn dort.“ Das fand er ziemlich lustig. Er war auch echt verwundert darüber, dass wir Deutsche nicht so viele Kinder bekommen. Er hat gelacht, als ich ihn erzählte, wie viel Kindergeld man bekommt. Er meinte, wenn er in Deutschland wär, wär er ein reicher Mann (vermutlich hat er schon viele Kinder oder würde viele erzeugen wollen). Anscheinend hat er keine Vorstellung, wie teuer ein Kind in Deutschland ist…

Gleich werden wir uns einschreiben. Wenn das auch klappt, war das ein sehr erfolgreicher Tag!

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